Auch dieses Jahr sind wir wieder beim Projekt OekoTom dabei, dieses Mal mit den Gärten 32 und 51. Da es jetzt viel im Garten zu tun gibt, folgt hier nur ein kurzer Zwischenstand. Zum Ende der Saison gibt es dann wieder einen ausführlicheren Bericht.

In diesem Jahr wurden uns die Sortenkandidaten S05, S08, S14 und S25 zugeteilt, sowie Rondobella und Resibella als Vergleichssorten. In beiden Gärten stand jeweils ein Beet für 12 Pflanzen zur Verfügung.

Im Garten 51 wurden die Sortenkandidaten S14 und S25 sowie Resibella als Referrenz in einer Reihe von ca. 10 Metern Länge gepflanzt. Um ein Umbiegen der Tomatenstäbe wie im vorigen Jahr zu verhindern, wurden die Stäbe an einem zwischen drei Pfosten gespannten Draht fixiert.

Tomatenspalier, davor Buschbohnen und Erdbeeren

Die Pflanzen wurden nach dem vorgegebenen Pflanzplan eingesetzt, um möglichst allen Pflanzen dieselben Bedingungen zu bieten und damit die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. Es wurde jeweils vier Pflanzen pro Sorte wie folgt gepflanzt (im Foto von links nach rechts):

123456789101112
1S14ResiS25S14(S25)ResiS25ResiS14S25S14Resi

Wie im Vorjahr wurden in ein mit Mulchfolie bedecktes Beet gepflanzt. Im Vorjahr standen dort Wassermelonen auf Mist, daher wurde auf eine weitere Düngung verzichtet. Die Pflanzen wurden kräftig angegossen und danach während der gesamten Wachstumsperiode nicht mehr gegossen.

Gepflanzt wurde am 30. Mai deutlich nach den Eisheiligen, nachdem sich eine stabile warme Witterung eingestellt hatte. Ein Erfrieren wie im letzten Jahr stand damit nicht zu befürchten. Allerdings gab es dieses Mal Schäden durch Wühlmäuse. Eine der S25, Nr. 5 in der Tabelle, wurde bereits nach wenigen Wochen fast komplett gefressen, es war nur noch ein kleiner Rest im Wühlmausloch zu sehen. Dank der bewährten Bayerischen Drahtfalle konnten der Befall schnell eingedämmt werden und alle weiteren Pflanzen konnten ohne Störung weiterwachsen.

Anfang August zeigen sich bereits einige Unterschiede in den Sorten und Sortenkandidaten:

S14, Wuchsform als Buschtomate

S14 wächst wie schon im Vorjahr nur widerwillig am Stab und lässt sich schlecht in die Windungen einlegen. Anscheinend möchte die Pflanze in eine entgegen dem Uhrzeigersinn gedrehten Stab eingelegt werden, sie windet sich jedenfalls in dieser Richtung. Das im Vorjahr festgestellte schwache Wachstum von Geiztrieben konnte nicht bestätigt werden. Geiztriebe wachsen reichlich und schnell, aus Blattachseln und auch an Fruchtrispen. Wird das regelmäßige Ausgeizen verpasst, entsteht als Ergebnis eine Art Buschtomate wie im Beispiel der Pflanze Nr. 1. Trotzdem scheint S14 eine anbauwürdige Sorte zu sein. Alle Pflanzen haben bereits reichlich Früchte angesetzt und zeigen keinerlei Anzeichen von Blattkrankheiten.

S25 mit ersten roten Früchten

S25 scheint ebenfalls anbauwürdig zu sein. Die Pflanzen zeigen einen sehr guten Fruchtbehang und lassen sich gut in den Tomatenstab einlegen. Geiztriebe werden im normalen Maß ausgebildet und lassen sich leicht entfernen. Die Pflanzen zeigen bisher keine Anzeichen von Krankheiten. Bereits Ende Juli konnten die ersten reifen Tomaten geerntet werden

Resibella mit starkem Wachstum

Die Referenzsorte Resibella zeigt ein sehr starkes Wachstum und ist als einzige bereits am Spanndraht in zwei Metern Höhe angekommen. Verglichen mit den Sortenkandidaten hat Resibella einen schwächeren Fruchtansatz. Erste Früchte konnten ebenfalls bereits Ende Juli geernet werden. Obwohl der Sommer bisher eher trocken war, zeigen die unteren Blätter erste Symptome von Krautfäule.