Über den Maulwurf wurde in Gartenbüchern, Internetforen und Blogs schon viel geschrieben, meist aus zwei ziemlich unterschiedlichen Blickwinkeln:
A) Der Maulwurf als lästiger Störer, den es unter allen Umständen und mit den kuriosesten Mitteln vom kurzgeschorenen Rasen zu verdrängen gilt.
B) Der Maulwurf als geschützte und regional teilweise bereits bedrohte Art, die im Garten unter allen Umständen zu tolerieren ist und die sich nebenbei als Insektenfresser durch den Verzehr von Engerlingen und Drahtwürmern nützlich macht.
Erfahrene KleingärtnerInnen werden angesichts solch einseitiger Darstellungen sicherlich den Kopf schütteln. Natürlich handelt es sich beim Maulwurf um eine geschützte und schützenswerte Art, die sich im Garten auf verschiedene Art nützlich macht. Und genauso natürlich wird uns der Maulwurf gelegentlich lästig, zum Beispiel wenn ein frisch bepflanztes Beet so gründlich und oft durchwühlt wird, dass die Jungpflanzen kaum richtig anwachsen können. Wie im Teil 2 des Beitrags zum Gärtnern in Zeiten des Klimawandels beschrieben, ist das besonders oft im Sommer der Fall, wenn die frisch bepflanzten Beete häufig die einzigen feuchten Flächen darstellen, mit vielen Regenwürmern ein ideales Jagdrevier für den Maulwurf. Im Beitrag soll es daher darum gehen, wie unter diesen Bedingungen ein erfolgreicher Anbau aussehen kann.
Was nicht bzw. nur Bedingt zu empfehlen ist
Im eigenen Versuch hat keines der bekannten Hausmittel den Maulwurf von den Gemüsebeeten fernhalten können. Weder das Begießen der Hügel und Löcher mit saurer Milch oder Bier, oder das Ausstopfen der Gänge mit ungewaschener Schafwolle hat den Maulwurf davon abgehalten, weiterhin freudig Gänge zu graben und Haufen aufzuwerfen. Geräte, die Ultraschall zum Vergrämen einsetzen, wurden nicht getestet, da das unangenehme Geräusch auch den Gärtner vertreiben würde. In einem sehr trockenen Sommer war das Umsetzen der Jungpflanzen in einen von ausgetrockneten Beeten umschlossenen Bereich erfolgreich, da der Maulwurf den harten Boden nicht durchwühlen konnte und die Pflanzen Ruhe und Zeit zum Anwachsen hatten. Als der Maulwurf dann nach einem Wetterwechsel und bei höherer Bodenfeuchte Zugang zum Beet bekam, waren die Pflanzen bereits so kräftig verwurzelt, dass es nicht mehr zu Schäden kam. Planen lässt sich diese Methode allerdings nicht und sie lässt sich im intensiv genutzten Gemüsegarten auch nur schwer anwenden.
Drahtkörbe – Teuer, aber funktional
Drahtkörben stellen eine gut erprobte und funktionierende Variante dar, um Maulwürfe oder Wühlmäuse von empfindlichen Pflanzen fernzuhalten. Die Körbe bestehen aus engmaschigem, verzinktem Stahldraht und können in verschiedenen Größen fertig erworben werden. Sie sind allerdings auch recht teuer und daher kaum für die großflächige Verwendung im Gemüsegarten geeignet. Mit etwas handwerklichem Geschick lassen sich brauchbare Pflanzkörbe auch selbst herstellen, zu deutlich niedrigeren Kosten.
Bauanleitung für Pflanzkörbe
Die folgende Bauanleitung für Drahtkörbe von 90 cm Länge zielt vor allem auf den Erdbeeranbau. Die optimale Pflanzzeit für selbsgezogene Jungpflanzen fällt leider genau in die oft trockene Spätsommerzeit, in der Maulwürfe in den bewässerten Bereichen nach Nahrung suchen. Die Länge von 90 cm soll die Nutzung für drei Erdbeerpflanzen bei minimalem Materialverbrauch ermöglichen und gleichzeitig die Korbgröße sinnvoll begrenzen, um die Körbe nach dem Erdbeeranbau wieder entnehmen und weiterverwenden zu können. Innerhalb der Körbe ergibt sich ein Pflanzabstand von 30 cm, was je nach Erdbeersorte etwas knapp sein kann. Die mittlere Pflanze sollte daher aus schwächer wachsenden Sorten gewählt werden, wie beispielsweise Mieze Schindler. Außen kann der Abstand zum nächsten Pflanzkorb variabel gestaltet werden, so dass auch stärker wachsende Sorten wie Senga Sengana gepflanzt werden können.

Nun zur Anleitung. Die folgenden Materialien und Werkzeuge werden gebraucht:
- Volierendraht verzinkt, 50 cm breit, 12 mm x 12 mm Maschenweite. Für einen Pflanzkorb wird 120 cm Volierendraht benötigt.
- Drahtschere oder Seitenschneider
- kleine Kombizange
- Zollstock

Schritt 1: 120 cm Drahtgitter abmessen und mit der Drahtschere abschneiden.


Schritt 3: Die Schmalseiten senkrecht biegen. Ein gerades Brett als Anschlag hilft dabei.

Schritt 4: Die Längsseiten senkrecht biegen und die überstehenden Enden rechtwinklig zur Schmalseite biegen.

Aus einer Rolle Draht von 12 Metern Länge können auf diese Weise 12 Körbe hergestellt werden, was für 36 Erdbeerpflanzen ausreicht. Die Materialkosten pro Korb liegen dann bei etwa 4 Euro.
Einsetzen der Körbe und Bepflanzen
Zuerst wird mit dem Spaten ein Graben ausgehoben und die Grabensohle geglättet, damit die Körbe eben eingesetzt werden können. Der Graben sollte der Höhe der Körbe entsprechen, im Beispiel der Erdbeerkörbe also knapp 20 cm.

Danach werden die Körbe mit 15 – 20 cm Abstand gesetzt. Die äußeren Pflanzen haben damit 45 bis 50 cm Platz zueinander.

Die Körbe werden nun bis auf die Höhe der Jungpflanzentöpfe mit Erde gefüllt. Gleichzeitig ist der Bereich zwischen und um die Körbe herum mit Erde aufzufüllen. Je nach Vorfrucht und Bodenbeschaffenheit ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um eine Grunddüngung einzubringen, z.B. Hornspäne.

Danach können die Pflanzen gesetzt und die Körbe bis zur Oberkante des Drahtes mit Erde gefüllt werden. Bei Erdbeeren ist darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht tiefer gesetzt wird, als sie zuvor in den Töpfen standen. Nun kann gemulcht und gegossen werden. Sind Maulwürfe im Garten, werden sie die gut mit Wasser versorgten Beete durchgraben, kommen den Pflanzen dabei aber nicht zu nahe. Falls Maulwurfshaufen direkt neben den Körben aufgeworfen und Erde auf die Körbe gewühlt wurde, sollte diese möglichst entfernt werden, damit keine Passage für den Maulwurf entsteht. Oberirdisch wird der Maulwurf kaum Zugang suchen, die Pflanzen können also in Ruhe anwachsen.
